Burnout

Es gibt wohl kaum einen Menschen in der hochentwickelten, zivilisierten Welt, dem der Begriff Burnout nicht zumindest einmal begegnet ist. Burnout, so scheint es, entwickelt sich langsam aber stetig zur Zivilisationskrankheit Nr. 1, von der die meisten Gesellschaftsschichten betroffen sind. Zusammengefasst bedeutet Burnout: Extreme Erschöpfungszustände in körperlicher, seelischer, emotionaler, geistiger und sozialer Hinsicht, die die Gesundheit beinträchtigen.
Die eigentliche Gefahr, die von einem Burnout ausgeht, ist die, dass wir die Symptome im Anfangsstadium wie Missstimmung, Niedergeschlagenheit, Überreizung, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Verlust von Interesse und Freude, nicht ernst nehmen oder versuchen, sie anders einzuordnen. Es sind Symptome (das weiß ich aus eigener, fünfzehnjähriger Agenturerfahrung), die bei jedem mehrmonatigem, stressigem Projekt mit kontinuierlichen Überstunden und Wochenendarbeit auftreten, und die sich gewöhnlich nach einer zweiwöchigen Auszeit wieder ausgleichen. Leider ist dem im Falle eines Burnouts nicht so. Denn wenn die körperliche, biochemische Fähigkeit zum Regenerieren gestört ist, bedarf es fachkundiger Hilfe, bis hin zu stationärer Behandlung.
Burnout ist ein kleiner Brand, der sich nach und nach zu einem zerstörenden Feuer entwickelt.
Erste Anzeichen sind bereits Jahre vorher schon zu bemerken.

Hier einige der häufigsten Symptome:

Emotionale Burnout Symptome

  • verringerte emotionale Belastbarkeit
  • mechanisches „Funktionieren“
  • vermindertes Einfühlungsvermögen
  • Hang zur Nörgelei, Ungeduld, Intoleranz
  • Dünnhäutigkeit, leichte Reizbarkeit
  • starker Widerwille, täglich zur Arbeit zu gehen
  • Grundgefühl der Niedergeschlagenheit und Entmutigung
  • Desillusion, Frustration
  • vermehrt depressive Reaktionen und Rückzug
  • Gefühl der Hilflosigkeit, Ohnmacht
  • Gefühl der inneren Leere
  • Flucht- und Suizidgedanken

Soziale Burnout Symptome

  • Überdruss, Unlust, Menschen zu begegnen
  • Unfähigkeit, sich auf Mitarbeiter, Kunden, Klienten, Schüler, Patienten einzulassen oder ihnen zuzuhören
  • soziale Kontakte werden als Belastung empfunden
  • Verschieben von Kunden- oder Klientenkontakten
  • häufigere Fehlzeiten am Arbeitsplatz (z. B. Krankschreibungen)
  • verringerte Konfliktfähigkeit, übersteigerte Reaktionen
  • Rückzug (z. B. Flucht in Computerspiele, Versumpfen vor dem Fernsehgerät, usw.)
  • Ehe- und Familienprobleme

Intellektuelle Burnout Symptome

  • Konzentrationsstörungen, Neigung zu Tagträumen, Unproduktivität
  • Gedächtnisschwäche
  • Gefühl der Überforderung – vor allem bei komplexen Aufgaben oder Veränderungen
  • mangelnde Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen
  • Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen
  • Einbuße an Phantasie und Flexibilität
  • Initiativlosigkeit, Minimalismus, Dienst nach Vorschrift

Körperliche Burnout Symptome

  • Schlafstörungen, Alpträume, Schweißausbrüche
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Energiemangel
  • vermehrter Griff zu Aufputschmitteln, Hilfs- oder Verdrängungsmitteln  (z. B. erhöhter oder gar exzessiver Konsum von Koffein, Nikotin, Alkohol oder anderer stimulierender Drogen; erhöhte Einnahme von Medikamenten)
  • Verspannungen, v. a. Hals- und Schultermuskulatur, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen
  • Immunschwäche, häufige Erkältungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • erhöhte Pulsfrequenz, erhöhter Blutdruck
  • Nervenreizung, nervöse Ticks
  • sexuelle Probleme, mangelnde Lust